5 HEIMISCHE
WILDOBSTSORTEN
Diese Pflanzen kannst du im
Herbst sammeln & verarbeiten.
7 MIN
Raschelndes Laub unter den Füßen und Hecken, die voller kleiner roter, oranger und blauschwarzer Früchte hängen. Der Herbst ist die Zeit des Wildobsts! Während wir im Supermarkt das ganze Jahr über dieselben Äpfel und Birnen finden, warten am Wegesrand Hagebutte, Schlehe & Co. nur darauf, entdeckt zu werden. In diesem Artikel lernst du fünf essbare Wildobstsorten kennen.
Wildobst vs. Kulturobst
Der Unterschied zu Kulturobst liegt vor allem in der Züchtung: Äpfel, Birnen oder Kirschen aus dem Supermarkt wurden über Generationen gezielt auf Größe, Süße, Ertrag und lange Haltbarkeit hin gezüchtet, oft auf Kosten von Aroma und Vielfalt. Wildobst dagegen ist genau das, was der Name sagt: essbare, ungezüchtete Früchte, die ganz ohne menschliches Zutun in Hecken, an Waldrändern und auf Streuobstwiesen wachsen. Hagebutte, Schlehe, Weißdorn oder Wildapfel sehen deshalb kleiner und unregelmäßiger aus als ihre kultivierten Verwandten und schmecken meist herber oder säuerlicher.
Der herbere Geschmack dient den Pflanzen unter anderem dazu, sich vor Trockenheit, Hitze oder Fraßfeinden zu schützen. Als natürliche Abwehr enthalten sie deshalb mehr sekundäre Pflanzenstoffe wie Bitterstoffe, Gerbstoffe und Polyphenole, die genau diesen herb-säuerlichen Geschmack ausmachen. Wildobst enthält also oft nicht nur andere, sondern auch deutlich mehr wertvolle Pflanzenstoffe.
Wildobst und das heimische Ökosystem
Wildobst-Hecken sind kleine Ökosysteme für sich: Sie blühen oft schon im zeitigen Frühjahr und liefern damit eine der ersten Nahrungsquellen für Wildbienen und andere Insekten. Im Herbst tragen dieselben Sträucher dann Früchte, von denen Vögel und Kleintiere über den Winter zehren. Wo Wildobst wächst, besteht also automatisch auch mehr Vielfalt.
Genau deshalb sind wir bei kruut große Wildobst-Fans: Wildobstpflanzen wachsen direkt vor unserer Haustür, oft übersehen, aber voller Geschmack und Geschichte. Hagebutte zum Beispiel steckt schon lange in unserem Oxymel Immun, weil sie genau die Kombination liefert, die wir lieben: intensiver Geschmack, eine natürliche Vitamin-C-Quelle und jahrhundertealtes Pflanzenwissen.
Wildobst sammeln und verarbeiten: Tipps und Sicherheit
Genau wie beim Sammeln von Wildkräutern gilt auch beim Wildobst: langsam anfangen und erstmal ein paar Sorten sicher kennenlernen. Ein Großteil des heimischen Wildobsts wird traditionell nicht roh, sondern verarbeitet gegessen – zu Sirup, Gelee, Mus, Saft oder Tee eingekocht. Bei der Vogelbeere wandelt Hitze oder Frost zum Beispiel die reizende Parasorbinsäure in die deutlich mildere Sorbinsäure um, bei der Holunderbeere baut Hitze das roh unverträgliche Sambunigrin ab. Deshalb gilt bei den meisten Sorten: roh höchstens probieren, richtig genießen lässt sich Wildobst meist erst verarbeitet.



