WERTVOLLE
BITTERSTOFFE

Die Wirkung von Wildkräutern
und warum sie so gesund sind.

5 MIN

Bitterstoffe unterstützen neben unserer Verdauung auch das Immunsystem. Doch heute nehmen wir sie kaum mehr über unsere Nahrung auf, obwohl in heimischen Wildkräutern wie Wermut und Andorn noch immer eine große Menge Bitterstoffe enthalten sind. Wir führen euch in das Thema ein und zeigen, wie wir Bitterstoffe zurück auf den Speiseplan holen.

Bitterstoffe: Warum wir sie wieder in unseren Alltag holen sollten

Heutzutage wird der wahre Ursprung des Essens immer mehr aus den Augen verloren. Die wilde Natur findet keinen Platz mehr auf dem täglichen Speiseplan und so finden wir auch Bitterstoffe heute leider kaum mehr in unserer täglichen Nahrung. Viele gesundheitsfördernde Stoffe wurden aus Kulturpflanzen für höhere Erträge, Gleichförmigkeit und einen süßeren Geschmack herausgezüchtet. Wenn wir im Gemüseregal schauen, finden wir Bitterstoffe noch in Chicorée und Radicchio, also den Zichoriengewächsen, die aus der wilden Wegwarte gezüchtet wurden. Dabei sind Bitterstoffe natürliche Pflanzenstoffe, die seit Jahrhunderten Teil unserer täglichen Ernährung waren und es lohnt sich, den bitteren Geschmack wieder neu zu entdecken. Sie erinnern uns daran, dass gesunde Ernährung nicht nur angenehm, sondern auch vielfältig und charakterstark sein darf.

Was sind Bitterstoffe eigentlich?

Grob lassen sich alle in Pflanzen vorkommenden Inhaltsstoffe in primäre und sekundäre Bausteine einteilen.

Primäre Pflanzenstoffe wie Eiweiße und Kohlenhydrate braucht die Pflanze zum Überleben.
Sekundäre Pflanzenstoffe sichern ihren Fortbestand, indem sie mit der Umwelt interagieren und zum Beispiel Schutz vor Schädlingen bieten oder Insekten zur Bestäubung anlocken. Die Bausteine wirken unter anderem als Geschmacks-, Duft- und Farbstoffe. Über 80.000 verschiedene Arten der sekundären Planzenstoffe kennen wir heutzutage! Eine unglaublich große Anzahl, die noch lange nicht komplett erforscht und verstanden ist. Feststeht: Für uns Menschen haben sie viele gesundheitliche Vorteile.

Bei den Bitterstoffen handelt es sich um eine heterogene Stoffgruppe, die als Gemeinsamkeit den bitteren Geschmack hat. Geht es der Verdauung dank Bitterstoffen gut, vertragen wir die Nahrung besser und nehmen mehr Nährstoffe auf. Früher dienten sie als universelles Stärkungsmittel und waren Bestandteil von Lebenselixieren (Theriaks). 

Bitterstoffe Wirkung: Warum sind sie so wertvoll?

Bitterstoffe & Verdauung
Was passiert, wenn wir Bitterstoffe konsumieren? Als sekundäre Pflanzenstoffe aktivieren sie spezifische Bitterrezeptoren auf der Zunge und im Verdauungstrakt. Diese senden Signale an Magen, Bauchspeicheldrüse und Galle: Verdauungssäfte werden angeregt, der gesamte Verdauungsprozess wird vorbereitet und Nährstoffe können letztlich effizienter aufgenommen werden. Diese Aktivierung des Verdauungstrakts kann auch dafür sorgen, dass Sättigungs-Signale schneller an das ZNS gesendet werden. So können Bitterstoffe auch Appetit regulieren bzw. das Sättigungsgefühl beschleunigen. Die Bitterrezeptoren im Magen- und Darmtrakt werden aktiviert und so spezifische Sättigungshormone ausgeschüttet.

Fun Fact: Bitter ist das geschmackliche Gegenspiel zu Süß. Das bedeutet, dass Bitteres die Lust auf Zucker unterbrechen kann, indem es die Geschmacksknospen „resettet“. Ein paar Tropfen Bitterelixier auf der Zunge können so Heißhunger unterbrechen.

Abwehrkräfte durch Bitterstoffe
Geht es der Verdauung gut, verwerten wir die Nahrung besser und können mehr Nährstoffe aufnehmen. Außerdem ist ein Großteil der Abwehrzellen im Darm zu Hause. Rund 70 Prozent sind in den Darmwänden lokalisiert. Damit diese gute Arbeit leisten können, sind sie unter anderem von einer guten Darmflora abhängig. Gerät diese aus dem Gleichgewicht, wird die körpereigene Abwehr geschwächt und krankmachende Keime nehmen die Überhand. Auch hier können Bitterstoffe wertvolle Helfer sein.

Bitterstoffe einnehmen: Lebensmittel & Wildkräuter

Für uns moderne Stadtmenschen ist es sinnvoll, sich langsam an Bitterstoffe zu gewöhnen. Am besten nehmen wir zu Beginn jeden Tag eine kleine Menge Bitterstoffe zu uns und steigern uns dann langsam. Wir sollten unbedingt darauf achten, dass die Bitterstoffe aus einer natürlichen Quelle stammen: Obst, Gemüse und Wildkräuter haben Vorrang. 

Bitterstoffe im Supermarkt findest du zum Beispiel in:
Chicorée, Radicchio, Grapefruit, Endivien und Artischocken.

Noch besser: Bitterstoffe aus Wildkräutern

Da unsere heimischen Wildkräuter nie kultiviert wurden, enthalten sie jede Menge Pflanzenstoffe und Nährstoffe. Und eben Bitterstoffe, die zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen. Unsere liebsten bitteren Kräuter sind:

  • Wermut: ist neben Enzian die Heilpflanze mit dem höchsten Bitterstoffgehalt. Das ätherische Öl Thujon bewirkt einen sehr aromatischen Geruch. Die Flavonoide und Phenolcarbonsäuren unterstützen die Magenfunktion. Traditionell wird er deshalb bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden eingesetzt.

  • Andorn: enthält Diterpen-Bitterstoffe, Flavonoide und Lamiaceen-Gerbstoffe. Sie regen den Appetit an. Allein oder in Kombination mit weiteren Heilkräutern unterstützt er die Verdauung (bei Blähungen) und ist ein toller Hustenlöser.

  • Centaurium: Auch Tausendgüldenkraut genannt. Es enthält Bitterstoffe vom Secoiridoidtyp. Sie helfen gegen Appetitlosigkeit und bei Verdauungsbeschwerden mit leichten Krämpfen.

Tägliche Portion Bitterstoffe: Einfacher Bitter-Aperitif

Bitterstoffe müssen nicht kompliziert sein und lassen sich richtig genussvoll in den Alltag integrieren. Ein kleiner Bitter-Aperitif vor dem Essen ist eine einfache Möglichkeit, die Verdauung sanft zu aktivieren und den bitteren Geschmack wieder bewusst wahrzunehmen. Unser Bitter Oxymel ist die Basis von diesem leckeren Drink und eine einfache Möglichkeit, Bitterstoffe aus Wildpflanzen täglich in deine Ernährung zu integrieren.

Zutaten für ein Glas


Eiswürfel
1 EL Bitter Oxymel

Sprudelwasser
Limettenscheiben und frische Minze oder
Schafgarbenblüten zum Garnieren

Zubereitung


01

Alle Zutaten in ein Glas geben & genießen.

02

Geschmackstest: angenehm bitter, spritzig-frisch, herrlich leicht!

BITTERSTOFFE

Oxymel Bitter

Bitter Oxymel

Statt Espresso nach dem
Essen: grüne Wildkräuter,
Apfelessig & Honig. 1 EL
mit Wasser mischen.

MANIFEST

„Wir sind so große Freunde von Bitterstoffen, dass wir sie mit unserem Oxymel Bitter alltagstauglich gemacht haben. Auch wenn wir heute oft abgeschreckt sind vom bitteren Geschmack, hoffen wir, dass ihr euch langsam an Bitterkräuter herantraut!”

ANNIKA,
PFLANZENKUNDLERIN & GRÜNDERIN VON KRUUT

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