Giersch

Diese essbare Heilpflanze kennen die meisten nur als rasant ausbreitendes Unkraut im Garten. Dabei diente sie schon den römischen Soldaten als Stärkung voll gesunder Inhaltsstoffe. Sie sollen auf den Stoffwechsel und die Harnorgane wirken. Unser Helfer bei Müdigkeit im Frühjahr. Ein Steckbrief zum Erkennen, Verwenden und seiner Wirkung (Lesezeit 3 Min.).

 

In diesem wilden Portrait erfährst du:

• Wann wir Giersch am besten sammeln, wie du ihn erkennst und nicht verwechselst

• Wie er früher als vitaminreiches Superfood verwendet wurde

• Wie seine Nährstoffe im Vergleich zu Grünkohl abschneiden und wofür wir ihn anwenden

• Unser Rezept für leckere Wildkräuterlimonade


 

Giersch_kruut

Sammelzeit

Die beste Sammelzeit ist von März bis Juli. Giersch gehört zu den Pflanzen, die den Frühling ankündigen. Ideal sind die Blätter, wenn sie gelbgrün und glänzend sind. Ältere Blätter sollte man nur noch gekocht verzehren. Von Natur aus sind die Blätter deshalb im Frühjahr am besten und nährstoffreichsten.

Wenn man ihn abschneidet, treibt Giersch wieder aus und man kann das ganze Jahr über frische Blätter ernten. Wer den Giersch nicht im Garten hat  findet ihn meistens massenhaft auftretend am lichten Waldrand und Wegrändern. 

Von den giftigen Vertretern der Doldenblütler unterscheidet er sich in seiner Blattform. Die Blattspreite ist doppelt dreizählig  gefiedert. Klingt kompliziert, sieht aber ganz einfach aus - wie ihr im rechten Bild sehen könnt! Allerdings sieht die weiße Blüte anderen giftigen Vertretern, wie dem gefürchteten Gefleckten Schierling ähnlich! Also immer lieber zweimal vergewissern, was ihr pflückt und genau auf die Blätter achten!

Facts

Giersch neigt zum Wuchern - deshalb hassen ihn die Vorgartenbesitzer und Rasen-mit-der-Nagelschere-Schneider auch so sehr! Mit seinen unterirdischen Ausläufern verbreitet er sich in kürzester Zeit. So schafft er in einem Jahr bis zu drei Quadratmeter.

Als Wildgemüse wurde Giersch schon in der Steinzeit gegessen. Er diente den römischen Soldaten als Stärkung und war im Mittelalter eine der wichtigsten Gemüsepflanzen. Da Giersch im Gegensatz zu den meisten Gemüsesorten über viele Monate zur Verfügung steht und nur geringe Ansprüche an Boden, Wasser und Lichtversorgung stellt, sicherte er auch während der Weltkriege vielen Menschen die Vitaminzufuhr. 

Der lateinische Name Aegopodium podagraria leitet sich aus den griechischen Wörtern für Ziege und Füßchen her, wegen der einem Ziegenfuß ähnelnden Blattanordnung. Auch ein guter Merktipp zum erkennen! 

Botanisch zählt der Giersch zu den Doldenblütlern und ist daher mit Kräutern wie Dill oder Kümmel verwandt.

Inhaltsstoffe & Wirkung

Giersch enthält sehr viel Vitamin C, viermal so viel wie eine Zitrone und doppelt so viel wie Rosenkohl. Auch Mineralien wie Kalium, Magnesium, Calcium, Mangan, Kupfer, Zink, Karotin, Kieselsäure und Eisen sind in größeren Mengen vorhanden. Die weiteren Inhaltsstoffe sind ätherische Öle, Chlorogensäure, Isoquercitrin, Polyine, Phenolcarbonsäuren, Cumarine, Flavonolglykoside, Harz, Hyperosid und Kaffeesäure. Er ist  geradezu ein Mustergemüse und glänzt mit einer vielfachen Menge an Mineralien im Vergleich zum sehr gehypten Grünkohl.

Der Giersch besitzt durch seine Inhaltsstoffe entgiftende Eigenschaften. Der hohe Kaliumgehalt wirkt auf den Stoffwechselprozess im Körper, schwemmt Wasser aus, ohne den Elektrolythaushalt des Organismus zu belasten. Durch den Gehalt an Mineralien wirkt die Heilpflanze basisch, fördert den Stoffwechsel und entsäuert den Körper. Zusammengefasst:  Giersch ist aufgrund seines hohen Vitamin C und Eisengehalts super gesund und perfekt um Frühjahrsmüdigkeit und allgemeine Trägheit und Schlappheit durch Vitamin-Mangel zu bekämpfen!

Rezept

Wir essen Giersch meist frisch im Salat, auf dem Brot, als Pesto, auf der Pizza, den Nudeln - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Am liebsten allerdings roh und direkt nach dem Sammeln, so bleiben die meisten Wirkstoffe enthalten. Getrocknet ist er auch ein tolles Gewürz. Bei uns gibt er unserer sommerlichen Limonade einen wilden Kick.

Kräuterlimonade

Besonders lecker im Frühjahr ist eine Kräuterlimonade mit Giersch. 

  • Frischen Apfelsaft (natürlich aus heimischen Äpfeln und nicht gespritzt) aufkochen
  • Vom Herd nehmen und die frischen Kräuter (z.B. Giersch, Löwenzahn, Brennnessel, Gänseblümchen) hinzugeben
  • Saft einer Zitrone dazupressen
  • Dann 30 Minuten ziehen lassen und durch ein Sieb filtern
  • Im Kühlschrank kalt stellen und mit Wasser aufgießen

Schmeckt: Ähnlich wie Petersilie, gekocht wie Spinat 

Wir sind große Freunde von Giersch. Deshalb verwenden wir ihn auch in unserem Oxymel Kraft und unserem Heimischen Superfood Pulver enthalten!